Was ist ein Nebelkloster, wie klingt eine Tonschraube

Posted by eezyB on Dezember 7th, 2011

Wie könnte ein Nebelkloster aussehen?
Man betritt eine Höhle. Sie ist dunkel, feucht und warm. Stalagmiten und Stalaktiten ziehen sich über Boden und Decke der Höhle. Jeder Ton hallt von den Wänden zurück. Rinnsale laufen über die Wände und Wassertropfen fallen mit einem leisen «Plipp» in die Pfützen, durch die wir waten. Während wir die Höhle aufwärts stapfen. Dann plötzlich fällt Licht in die Höhle. Das Ende ist erreicht. Gedämpfte Lichtstrahlen umgeben uns. Wir treten ins Freie. Nebel umgibt uns. Dichter Nebel. Wir wandern höher und höher. Bis sich der Nebel zu lichten beginnt. Er wird flüchtig und beginnt sich aufzulösen. Erste Sonnenstrahlen drücken durch die weisse, feuchte Masse. Bald trocknet der Nebel aus und wir befinden uns auf einem sonnendurchfluteten Hochplateau. Rund herum, nichts als Berge. Und weit hinten thront auf einem Felsen ein Kloster. Nebelschwaden umgeben das Gebäude und friedlich umkreist ein Adler den Felsen.

Wie wohl eine Tonschraube klingen mag?
Eine riesige schwerfällige Turbine durchpflügt mit einer stupenden Ruhe und Gleichgültigkeit die hochviskosen Tonmassen. Ab und zu löst sich, ausgelöst durch einen Wirbel, ein kleiner Tontropfen aus der Masse und spritzt kurz auf. Bevor er dumpf wieder in die Tonmasse eintaucht und mit ihr eins wird. Der Prozess hört nie auf, immer weiter dreht die Tonschraube. Im immerwährenden Meer der Töne.

 

Peter Heider und Florian Seyberth setzen Massstäbe
Das alles mag irgendwie mystisch klingen. Auch schräg. Und unwirklich.
Aber wer Fantasie hat, soll sich unbedingt einmal eine der besten Downtempo Electronica-Veröffentlichungen der letzten Jahre auflegen, die Augen schliessen und intensiv zuhören. Das 2009er-Album «Grains »von Boozoo Bajou, einem deutschen Produzenten- und DJ-Duo, setzte Massstäbe. Selten gelang es einer Band, Töne derart plastisch darzustellen. Und eben… wenn man dem Song «Nebelkloster» zuhört, glaubt man nach einer gewissen Zeit tatsächlich, das Kloster im Nebel auftauchen zu sehen. Oder man bildet sich ein, eine «Tonschraube» langsam ihren Dienst verrichten zu sehen. Oder man glaubt plötzlich zu wissen, wie «Kinder ohne Strom» aussehen (Zu Beginn des Songs allerdings sind die Kids noch unter Starkstrom… den Klängen nach zu urteilen…).

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