Elektropop… die Anfänge

Posted by eezyB on Januar 17th, 2012

 

Mein Gott, wie lange ist das schon her! Ganze 34 Jahre! Als Musikkassette kaufte ich damals meine erste Kraftwerk-Veröffentlichung! Menschmaschine war es… das weiss ich noch, als wäre es gestern gewesen. Die Kassette hab ich übrigens immer noch. Ob ich noch ein Gerät habe, welches das mittlerweile antiquierte Ding noch abspielen kann, das müsste ich nachschauen. Aber irgendwo wird wohl schon noch so ein Kassettenspieler rumstehen.

 

Ja… Kraftwerk… die dürfen getrost als Mitbegründer der Elektro-Musik bezeichnet werden. Ganze dreizehn Jahre war ich damals alt. Irgendwie frage ich mich heute, wie sich ein Dreizehnjähriger solche erratischen Klänge anhören konnte und sogar noch sein Taschengeld dafür ausgab. Aber epochal war sie schon, diese Musik. Ohne Kraftwerk und Konsorten hätte es wohl kaum Depeche Mode in dieser Form gegeben. Oder einige Jahre später Veröffentlichungen wie New Orders «Blue Monday». Was man vielleicht nicht mehr weiss, Kraftwerk war sogar in Japan ein Riesenrenner. Kein Wunder also, inspirierte die deutsche Band auch japanische Bands. Eine solche war das Yellow Magic Orchestra. Nur zwei Jahre nach Kraftwerks «Menschmaschine» brachte das YMO die wegweisende LP (genau… damals hiess das noch LP…) «XOO Multiplies» heraus.

Während des Schreibens dieses Blogposts führte ich mir den Song «Technopolis» aus dieser LP wieder mal zu Gemüte… hört mal genau hin… als Jugendlicher dachte ich immer, die besingen im Refrain die Skimarke «Rossignol»… klingt doch so, oder?

Dieser Song klang ja noch einigermassen melodiös… ganz heftig beginnt ein anderer Song dieser Veröffentlichung…

 

Auch hier frage ich mich wieder, wie sich ein Fünfzehnjähriger damals solche Musik antun konnte. Man stelle sich vor… es waren die 1970er-Jahre und nicht die wesentlich toleranteren Jahre der heutigen Zeit.

Und dann waren wir mitten in der Zeit der Disco-Musik. Auch hier gab es natürlich starke Einflüsse der elektronischen Musik. Ein Paradebeispiel dafür war damals Giorgio Moroder, einer meiner Lieblingskomponisten. Hansjörg Moroder (wie der Südtiroler eigentlich richtig heisst…) ist heute 72 Jahre alt. Der Name an sich mag heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken… Wenn man sich jedoch anschaut, was Moroder produziert hat, dann verfällt man fast schon in Ehrfurcht vor ihm. Alleine seine Filmmusik liest sich wie ein «Who is Who» der Soundtracks: 1978 : Midnight Express von Alan Parker, 1980 : American Gigolo mit Richard Gere und Lauren Hutton, 1983 : Flashdance mit Jennifer Beals, 1983 : Scarface von Brian De Palma mit Al Pacino, Michelle Pfeiffer, 1986 : Top Gun (Take My Breath Away mit Berlin) u.v.m.

Seine 1979er-Veröffentlichung E=MC2 schlug in der Disco-Szene wie eine Bombe ein. Solch progressiven Synthi-Pop hatte vor ihm noch kaum jemand gewagt.

 

Nicht vergessen darf man in dieser Aufzählung natürlich Jean Michel Jarre. Seine 1976er-Veröffentlichung «Oxygène» ist noch heute in aller Ohren. Zeitlose Musik. Irgendwie.

 

Beschliessen will ich diesen Blogpost mit einem Loop an den Anfang dieser Zeilen. Wie wegweisend die Musik von «Kraftwerk» war, zeigt ein Dritteljahrhundert später das Schweizer Jazzprojekt «Menschmaschine». Ihm gelingt nichts anderes als die musikalische Übersetzung der technoiden Musik aus den 1970er-Jahren in die Jazzsprache der 2010er-Jahre. Als Beispiel dafür die progressive Interpretation von «Die Roboter». Obwohl die musikalische Grundlage schon über 30 Jahre alt ist… innovativ, was die Band um den Berner Oli Kuster zusammengezimmert hat. Kuster ist übrigens kein Unbekannter… so richtig gross ist er mit «Züri West» geworden.

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editor: eezyB

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