Milow? Iver? Nein, Leftwich!

Posted by eezyB on April 14th, 2012

Ich kann mich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Obwohl es schon 33 Jahre zurückliegt. In den Augen diverser Plattenladen-Inhaber machte ich mich wohl damals komplett zum Affen. Ich stand dort, interpretierte mitten im Laden eine Melodie mit einer «Sarah» im Text drin. Es war ein Song, den ich in der Jugend-Discothek gehört hatte. Ein Song auf den ich voll abfuhr und für den ich manch rätselloses Achselzucken entnervter Plattenverkäufer und wohl mehr als ein müdes Schmunzeln in Kauf nahm. Aber diese Platte wollte ich unbedingt haben. Wochen später war es dann soweit, als ich – per Zufall – in einem Plattenregal Gilberto Gils Album «Nightingale» anschaute. Der Songtitel «Sarara» klang irgendwie lustig. Das Bild des Brasilianers, ganz in Batikklamotten gehüllt, sah exotisch und ansprechend aus. Also, ab auf den Plattenteller. Was freute ich mich, als ich merkte, dass meine ach so gesuchte «Sarah» sich plötzlich nicht als Dame, sondern einfach als simpler Refrain namens «Sarara» entpuppte. Endlich hatte ich meinen Song gefunden!

 

Tempi passati. Kürzlich, eines schönen Montagabends,  sass ich wieder einmal… nein, nicht vor der youtube… sondern vor meiner ureigenen mytube… vor meiner Glotze also. Serienabend. Ja, ich gebe es zu. Auch für mich gibt es einmal in der Woche nichts Schöneres, als alle Viere von mir zu strecken und über den Fernseher liebgewonnene Bekannte virtuell im Wohnzimmer zu begrüssen. Grey’s Anatomy war es. Avery informierte gerade Bailey über den Ablauf einer Testserie. Die Szene war mit einem ruhigen Song von Milow unterlegt. Oder war es etwa doch Bon Iver? Oder William Fitzsimmons? Ich sah mich im Geiste bereits wieder singend in CD-Shops stehen. Zum Glück nur im Geiste, denn mein Tablet beheimatet – als Internet- und Musikfreak – schliesslich den Musikerkennungsdienst «Shazam». Und was erzählte mir diese kleine App? Es war weder Milow, noch Bon Iver und Fitzsimmons schon gar nicht. Der Screen in meiner Hand erzählte mir etwas von einem Benjamin Francis Leftwich. Nie gehört, muss ich zu meiner Schande sagen. Denn was dieser, noch nicht einmal 23-jährige Brite aus York darbietet, hat Hand und Fuss. Bevor ihr weiterlest… klickt doch auf den folgenden «Play»-Button und führt euch während des weiteren Lesens vier Songs von Leftwich zu Gemüte:

 

Neben «Atlas Hands», das ich schon aus besagter Fernsehserie kannte, setzt der Brite seine warme, fast schon hauchende Stimme auf weiteren neun Songs einnehmend ein. Was nach Adam Riese zehn Lieder ergibt, die zusammen das Album «Last Smoke Before The Snowstorm» ergeben. Sein Debutalbum, das im Sommer 2011 auf den Markt kam, wurde von Kritikern durchweg gelobt. Alle Songs sind sehr ruhig, perfekt geeignet zum Kuscheln im wechselhaften Aprilwetter. Die Lieder sind verhältnismässig kurz, das kürzeste dauert gerade mal gut zwei, das längste etwas über vier Minuten. Das ergibt eine halbe Stunde Folkmusik-Genuss vom Feinsten. Der eingängigste Song ist für mich «Atlas Hands». Der schönste und kuscheligste Song befindet sich ganz am Schluss des Albums, «Don’t Go Slow».

Wer Benjamin dieses Jahr live sehen möchte, muss schon einige Kilometer unter die Füsse nehmen. In Kontinental-Europa spielt er zumindest 2012 nicht. Er ist vornehmlich auf der Insel und ennet dem grossen Teich zu sehen.

>> Bezugsquellen: amazon.de | 7digital.com | iTunes (DE)
>> Website Benjamin Francis Leftwich

Editor: eezyB

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