Maxwell Demon – Eine Geschichte aus Long Island

Posted by eezyB on November 2nd, 2012

Courtesy https://www.facebook.com/maxwell.v.demon

Kürzlich habe ich die (elektronische) Bekanntschaft eines amerikanischen Musikers gemacht. Der Künstler hat eine klare Meinung von der heutigen Musikszene und tritt so selbstbewusst und direkt auf, dass es sich lohnt, ihn näher vorzustellen. Dass er dabei auch sehr interessante Musik macht, ist logischerweise mehr als bloss ein angenehmer Nebeneffekt. Die Rede ist von Maxwell Demon, einem 23-jährigen Musiker aus Long Island, New York.

Von den 1980er «The Cure» zu Maxwell Demon
Verglichen wurde er bereits mit The Cure, was Maxwell zwar beeindruckt und schmeichelt. Maxwell bezeichnet seine Musik als «Chillwave», «Shoegaze», «Psychedelic-» oder «Indie Rock». Doch mag er es nicht, in eine bestimmte Schublade gedrängt zu werden. Er macht lieber sein «eigenes Ding» und sagt selbst: “Ich mag Musiker nicht, die bereits zufrieden sind, wenn sie alte Sachen kopieren und neu auflegen, statt dass sie gewisse «alte» Dinge einfach ruhen lassen würden.

 

Als vertragsloser Musiker kann man heute kaum von der Musik leben
Auch wenn Maxwells Musik und seine Stimme von einer gewissen Verletzlichkeit geprägt sind, so kommt sein Sound doch sehr zielgerichtet, wuchtig und mit Selbstbewusstsein beim Hörer an. Auf meine Frage, warum er seine Lieder kostenlos zur Verfügung stellt, sagt Maxwell: “Ich bin ein unbekannter Musiker. Doch auch wenn ich es nicht wäre… es ist derart schwierig heutzutage, für etwas Geld zu verlangen, das problemlos von Youtube oder Piratebay gerippt werden kann. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, etwas Geld mit Musik zu verdienen, ist dass Konzertbesucher eine CD oder eine LP mit nach Hause nehmen. Und natürlich bereit sind, etwas dafür zu bezahlen. Sozusagen als Erinnerungsstück für das Konzert.”

Maxwell kann schlecht begreifen, dass Künstler oft ihre Seele und Integrität verkaufen. Nur um rasch viel Geld zu verdienen oder einige Zeit der Warhol’schen Weisheit nachzukommen, auch einmal für kurze Zeit berühmt zu sein. So sagt er selbst: “Echte Künstler sollten akzeptieren, dass sie wahrscheinlich mittellos und kaum bekannt sterben werden.”

Wohin der Weg der Major Music Labels führt?
Springt da ein wenig Frust über die grossen Musiklabels hervor? Mag sein. Doch Maxwell ist überzeugt, dass die Wege der Major Labels in eine Sackgasse führen. Er malt ein düsteres Bild der Zukunft für diese Labels: “Die Major Labels werden immer weniger Profit machen, sie werden sich gegenseitig übernehmen, sie fusionieren bis nur noch wenige übrig bleiben, sie werden bloss noch einige wenige Künstler massiv unterstützen. Konzerttickets werden teurer und teurer, da dies der einzige Weg sein wird, noch Geld aus einem Nachwuchskünstler zu machen. Zudem werden bloss noch Genres wie Pop oder Hip Hop unterstützt. Lediglich weil diese Genres massentauglich sind.”

Gespaltenes Verhältnis zu sozialen Medien
Der amerikanische Nachwuchsmusiker hat ein gespaltenes Verhältnis zu sozialen und elektronischen Medien. Einerseits sagt er: “Dank «iPhones» und «Instagram» legen wir grössten Wert darauf, cool zu sein und unseren Facebook-Account auf dem Laufenden zu halten, statt im richtigen Leben zu agieren. Ironischerweise ist es so, dass je cooler und umschwärmter jemand in einem sozialen Medium auftritt, desto armseliger und alleine diese Person oft im richtigen Leben ist.”

Und trotzdem kann Maxwell Demon als Künstler nicht auf elektronische und soziale Medien verzichten. Denn er, der schon Soldat in der US-Armee war oder als Pförtner, Bedienungshilfe und Lifeguard sein Geld verdiente, setzt mittlerweile voll auf die Karte Musik. Sein aktuelles Album ist beispielsweise über soundcloud als Download erhältlich:

Über Konzerte von weniger bekannten Künstlern malt Maxwell Demon auch kein rosiges Bild. Zumindest nicht in den Vereinigten Staaten. “Konzertlokale sind nicht an deiner Musik interessiert. Lediglich an deinen Freunden, die du als Band gefälligst selbst zu deinen Konzerten zu bringen hast.” So sagt Maxwell: “Ich glaube, die Zukunft wird deine eigene Bühne kreieren.” Maxwell hat noch nie im Ausland gespielt. So verlockend sich dies auch anhöre.

Abschliessen wollen wir diesen Artikel mit einem Statement von Maxwell Demon: “Diejenigen, die hart genug arbeiten, werden den Gipfel erklimmen und ihr Potential ausschöpfen!”

Das, lieber Maxwell Demon, wünschen wir dir aus dem fernen Europa. Und vielleicht noch ein bisschen mehr. Dass neben der persönlichen Befriedigung auch noch so viel Bekanntheit und Geld herausspringt, dass du gut davon leben kannst!

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Editor: eezyB

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