WEAREOFF – Chymera

Posted by eezyB on Dezember 30th, 2012

weareoffAusnahmsweise bediene ich mich hier fremder Worte. Nicht etwa, weil mir zur Musik in diesem Artikel nichts einfallen würde. Sondern weil die Worte den Inhalt des Sounds derart treffend formulieren, dass es keinen Grund gibt, selbst etwas aus der spitzen Feder fliessen zu lassen. Die Worte stammen von der Website der Hamburger Band «WEAREOFF», die aus den vier Musikern Stefan Nielsen (Gesang, Gitarre), Daniel Schlott (Synthi, Bass, Gesang), Angus Baigent (Gitarre, Gesang) und Tobias Noormann (Schlagzeug) besteht. Aber nun zu besagten Worten: “Trostlosigkeit. Sehnsucht. Abgeschiedenheit. Begeisterung. Niederlage. Hochgefühl. Hoffnung. Absurditäten des modernen und postmodernen Lebens. Dunkle Synthesizer-Gewebe als Überbleibsel der 1980er-Jahre. New Wave mit Gitarren-Riffs, die im Gedächtnis haften bleiben. Pumpende Bässe lassen die Füsse sich bewegen und durchdringen das Herz. Melodien, die erfreuen und verwirren. Vom Gestern in Richtung Zukunft”.

Sprayfrisuren und Nietengurte
Wer steckt in einem Alter, wo er sich an die hochgesprayten Frisuren der 1980er-Jahre, die dazugehörenden Lederjacken und -hosen mit den entsprechenden Nietengurten erinnert? Wer hörte sich damals Depeche Mode, New OrderOrchestral Manoeuvres in The Dark und The Cure an? Der soll sich unbedingt die EP von «WEAREOFF» aus dem Jahre 2010 anhören:

 

Und wer sich während dem Musikgenuss nochmals die zitierten Zeilen zu Gemüte führt, mag mir Recht geben. Die Worte passen perfekt zur Musik. «WEAREOFF» gelingt es virtuos, die Musiksprache von Depeche Mode und Co. in einen zeitgemässen Musikausdruck der 2010er-Jahre zu übersetzen. Das heisst, das Morbide, das Revolutionäre und die Post-1968er-Gefühle, die bleiben. Nur kommt einem die Musik frisch und zu keinem Zeitpunkt als Retro-Kopie vor.

Nun, warum nimmt sich der Schreiberling eine EP vor, die gut zwei Jahre alt ist? Ganz einfach! Die Zeilen dienen zur Einleitung, denn «WEAREOFF» haben sich nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Sie haben gearbeitet und präsentierten vor einigen Tagen ihre erste Single, die als Vorbote des Debut-Albums auftritt, welches früh im Jahre 2013 herauskommen soll. Das Rezept ist dasselbe geblieben. Die erwähnten Worte sind noch immer stimmig. Und sollte jemand nicht unbedingt auf der Welle des Post-New-Wave surfen, der sollte sich «Chymera» trotzdem anhören, bzw. sich den gelungenen Video-Clip anschauen. Die melodiösen Gitarrenläufe geben der verhältnismässig «dunklen» Musik ein leichtes Element zurück.

 

Nun denn… gerne erwarte ich mehr von dieser Musik, die an Zeiten erinnert, wo junge Leute aufgebrochen sind, neue Ufer zu erreichen. So nehme ich «Chymera» als gutes Omen dafür, dass es Zeit wird, neue Gestade anzusteuern. Ob musikalisch, ob wirtschaftlich, ob persönlich… das überlasse ich euch, liebe Leserinnen und Leser.

Courtesy weareoff.net

Courtesy weareoff.net

 

Ich will es nicht unterlassen, mit diesem letzten Artikel in diesem Jahr zu danken für die vielen gelesenen Zeilen, für die vielen angehörten Songs von kleineren und grösseren Künstlerinnen und Künstlern und natürlich der eigenen Mix-Sets. Nehmen wir uns doch die Metapher des Aufbruchs, zusammen mit der Musik von «WEAREOFF», als Vorsatz mit ins Jahr 2013!

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