The Ruby Suns

Posted by eezyB on Februar 24th, 2013

ruby-suns_christopherVon Kalifornien aus gelangte der Mastermind der «Ruby Suns», Ryan McPhun, 2004 ins neuseeländische Auckland. Drei Alben entstanden in seiner neuseeländischen Zeit, 2006 das Debutalbum «The Ruby Suns», zwei Jahre später «Sea Lion» und 2010 «Fight Softly». Danach ging es auf eine Reise, um Abstand zu einer zu Ende gegangenen Liebe zu gewinnen. Mit Erfolg für Ryan. Es verschlug ihn in den europäischen Norden, wo er im norwegischen Oslo seinen künstlerischen Hafen fand und vor Anker ging. Die skandinavische Architektur, Landschaft und Musik inspirierte ihn schliesslich zum aktuellen Album «Christopher». Und seine neue Heimat kommt im vorausgekoppelten Song «Kingfisher Call Me» auch bildlich sehr stark zum Tragen, wenn man sich den dazugehörigen Clip anschaut.

Als ich im Dezember des vergangenen Jahres, «Kingfisher Call Me», bzw. den dazugehörenden Clip und das Album-Cover begutachtete, erwartete ich – inspiriert durch die bewegenden, schaurig schönen aber auch verstörenden Bilder im Clip – ein erratisches Elektropop-Album. Etwas in der Art, in der man ein Menu aus der Molekularküche erwartet. Dekonstruierte Lebensmittel auf eine neue Art zusammengesetzt. Da täuschte ich mich. Mit «Christopher» ist eher eine wohltuende, süsse Nachspeise entstanden. Nicht wie ein klebriges Melasse-Dessert. Eher wie ein leichter Obstsalat. Mit einem gehörigen Schuss Kirschwasser, damit das ganze Ecken, Kanten und Charakter erhält.

Die charismatisch-charakteristische Falsett-Stimme Ryan McPhuns dominiert das Elektropop-Album «Christopher» auf eine wohltuende Weise. Oft erinnern mich die Songs an die tanzbaren Tunes der 1980er-Jahre Indie-Pop-Ikonen von Green Gartside’s «Scritti Politti» oder Paddy McAlloons «Prefab Sprout». Womit wir zwar – wie mehrmals in den letzten Wochen – in den 1980ern landen. Den Begriff «Retropop» möchte ich jedoch diesmal nicht verwenden. Dafür ist der Sound der «Ruby Suns» zu aktuell. Eine Musik, die sich am glitzernden und glänzenden Massenpop anlehnt, aber nie zum kommerziellen Einheitsbrei verkommt. Eine Musik, die eigenständig bleibt, unkonventionell, mit vornehmer Distanz und doch einnehmend.

Ach ja… wer ist übrigens dieser «Christopher»? Den gibts gar nicht! Der im Albumtitel aufgeführte «Christopher» ist Teil eines in Auckland gängigen Witzes, den wir «Aussenstehende» von der anderen Erd-Halbkugel nicht verstehen. Doch Ryan erklärt es folgendermassen: «Christopher» ist eine Metapher dafür, welch unbeholfene, ängstliche, hormonelle Bedrohung man darstellt, wenn man jung, dumm und bereit für alle Schandtaten im jugendlichen Leichtsinn ist. Verstehen wir es jetzt? Nö… nicht wirklich. Aber das macht nichts, denn das Album bereitet wirklich globalen Hörspass. Der es ist, wenn ein gebürtiger Kalifornier, der nach Auckland auswanderte und nun in Europa lebt, ein Album in New York einspielt!

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Editor: eezyB

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