Marion Meadows – Whisper

Posted by eezyB on April 29th, 2013

marion-meadows_whisperDie Goldgräberzeiten des Smooth Jazz sind zweifelsohne vorbei. In den 1990er-Jahren traten im Wochentakt neue Namen auf und nicht wenige Acts schafften es auf die Bühnen renommierter, grosser Festivals in Europa. Das ist heute eher die Ausnahme, denn die Regel. Während man in den Blütezeiten das Genre getrost auch als poppig-funkigen Jazz betiteln konnte, wandelte sich Smooth Jazz immer mehr zum kommerziell orientierten, oftmals seichten Instrumentalpop mit wenigen jazzigen Elementen. Man sieht es den oftmals brillianten Musikerinnen und Musikern nach. Auch sie leben schliesslich nicht von Luft und dem Kommerz ein wenig Tribut zu zollen, ist durchaus erlaubt.

Die wirklich guten Alben sind aber in den letzten Jahren spärlich gesät. Dass es noch Ausnahmen gibt, zeigt die aktuelle Veröffentlichung von Marion Meadows. Auf dem Album «Whisper» lehnt er sich wieder an die «alten» Smooth-Jazz-Zeiten an und gibt den funkigen und jazzigen Elementen viel mehr Spielraum. Das ist gut so! Nicht wenige Songs erinnern an eine der ersten Kultbands des Smooth-, Contemporary- oder Fusion Jazz, Spyro Gyra, die mit «Morning Dance» bereits vor 34 Jahren einen Riesenhit landeten. Das ist ein Vergleich, der schmeicheln soll, denn die Alben von Spyro Gyra sind nie lauwarm geworden, noch heute produziert die Band in der Regel Veröffentlichungen, die nie einen Hehl daraus machen, dass die Bandmusiker aus dem Jazz kommen.

Bestes Beispiel für die Rückbesinnung auf die «alten» Werte des Smooth- oder eben Fusion Jazz ist der Song «Wild Thing». Dieser vermag Pop, Jazz und Funk in bester Weise zu verschmelzen. Zwei Songs sind originale Jazz-Tunes. «Sky Dive«, ein Song aus den 1970er-Jahren von Freddie Hubbard und Dave Grusins «Marcosinho». Beide sind genial interpretiert und in die «Sprache» des Smooth Jazz übersetzt worden. Echte Bereicherungen für das Album sind Julian Davis mit seiner Harmonika, die Flötistin Althea Rene oder der Trompeter Joey Sommerville. Sie tragen ihrerseits dezent dazu bei, dass aus «Whisper» ein lebendiges und abwechslungsreiches Album geworden ist. Zu guter Letzt zeigt Marion Meadows auf  dem Titelsong «Whisper» und mit gütiger Unterstützung des bekannten Pianisten Bob Baldwin auf «Turn Up The Quiet», was Smooth Jazz schon immer ausmachte. Entspannte, melodiöse und schwebende Tunes, die Sehnsüchte an kalifornische Sonnenuntergänge (dem Mutterland des Smooth Jazz) hochkommen lassen.

So oder so: Obwohl der Albumtitel «Whisper» heisst… Flüstern ist nicht angebracht. Man darf mit lauter, selbstbewusster Stimme sagen: Smooth Jazz ist nicht tot! Zumindest, wenn er so klingt, wie auf Marion Meadows’ aktuellem Album!

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Editor: eezyB

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