Fossil Collective – Tell Where I Lie

Posted by eezyB on Mai 27th, 2013

fossil-collective_tell-where-i-lieGerne denke ich jeweils an jenen Schmunzler zurück, den es mir auf die Lippen zauberte, als ich der irrtümlichen Meinung war, mein neuster Twitter-Follower wäre ein Uhrensammler. Und es sich hernach herausstellte, dass es nicht um Chronometer, sondern um tolle Musik ging. Heute habe ich wieder einen guten Anlass, um über genau diesen Twitter-Follower zu schreiben. Will heissen, über die beiden grandiosen Musiker David Fendick und Jonny Hooker sowie ihre Band «Fossil Collective». Denn vor einigen Wochen hat die Band aus Leeds ihr erstes Vollalbum «Tell Where I Lie» herausgegeben. Zehn Songs. Mit drei Ausnahmen wunderbare Indie-Folk-Balladen (wobei auch die drei Ausnahmen alles andere als Upbeat-Nummern sind). Dominiert von akustischen Gitarren und harmonischen Stimmen.

Der Einstiegssong «Let It Go» war bereits vor einem knappen Jahr auf dem gleichnamigen Kurzalbum veröffentlicht worden. Ein toller Song. Und auch die weiteren Songs auf «Tell Where I Lie» sind wahre Trouvaillen. Weil Fossil Collective etwas fertig bringen, das heute nicht mehr als selbstverständlich angeschaut werden kann. Die zehn Songs erzählen viele kleine und grosse Geschichten. Und damit meine ich nicht Inhalte, die durch Worte vermittelt werden. Sondern durch das Harmonische in ihren Liedern. Durch das Zusammenspiel der Stimmen und Instrumente. Durch die Stimmungen und Schwingungen, die zwischen den (Noten-)Zeilen entstehen. Und die letztlich eine Wärme und Zufriedenheit hinterlassen. Es sind Geschichten, die einen erfüllen. Etwas, das kaum mit Worten beschrieben werden kann. Stellvertretend dafür möchte ich meinen Lieblingssong «Under My Arrest» anführen. Der Song löst etwas in mir aus. Auch wenn ich ihn mir zum x-ten Mal anhöre.

So richtig gut funktioniert dies übrigens erst, wenn man sich Zeit nimmt. Etwas, das wir heute oft nicht mehr haben. Oder zu haben glauben. Der Musiksoziologe Alfred Smudits bezeichnet am 6. Mai in einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung NZZ die heutige Musik als «Verwendungsmusik». Als Musik, die – ich zitiere – frei benutzbar und allzeit überall erhältlich ist. Eine Musik mit minderem Wert, weil sie nichts Besonderes mehr ist. Verwendungsmusik eben. «Tell Where I Lie» ist anders. Das Album enfaltet die volle Kraft jedoch erst, wenn man sich Zeit dafür nimmt. Wie bei einem guten Glas Wein. Oder einer Zigarre. Man lehnt sich zurück und widmet sich 40 Minuten ausschliesslich dem Genuss. Dann wird das wohlige Gefühl erst so richtig spürbar.

«Tell Where I Lie». Fossil Collective. Zur vermehrten Nachahmung empfohlen. Dringend.

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Editor: eezyB

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